Jetzt ist wohl Sommer

Wenig gepostet in letzter Zeit… ich hatte familiär bedingt sehr viel um die Ohren, wenn ich die Ruhe und Muße dazu habe, werde ich diesbezüglich nochmal etwas schreiben. Nun aber in aller Kürze und Würze. Es ist heiß, die Küche möchte kalt bleiben, also gibt es ein schön erfrischendes und kaltes Süppchen aus Radieschen und Buttermilch. Den Kick gibt hier der Ingwer als Würzung.

Kalte Buttermilch-Radieschensuppe:
1 Bund Radieschen
2-3 Frühlingszwiebeln, hiervon nur der weiße Teil
2-3 Knoblauchzehen
etwas Butter
½ Liter Buttermilch
1 Becher saure Sahne
1 Becher Hüttenkäse
Saft einer ½ Zitrone
2 TL Sahnemeerrettich
½ TL gemahlener Ingwer
frisch geriebene Muskatnuss
Salz & Pfeffer

Kalte Buttermilch-RadieschensuppeDa ich einen empfindlichen Magen habe, was Knoblauch angeht, schwitze ich diesen erst noch mit etwas Butter an. Das hat den Vorteil, dass die Suppe auch noch etwas Röstaromen abbekommt. Frühlingszwiebeln und Radieschen nun putzen und grob hacken. Alle Zutaten in einen Mixer geben und pürieren. Abschmecken und noch mal eine halbe Stunde kalt stellen, damit sie richtig frisch schmeckt. Dazu schmeckt jede Art von Brot, von Baguette bis Pumpernickel. Herrlich erfrischend!

Die Zeit heilt Wunden

Wie verarbeitet man Vergangenheit, wenn man nicht über sie sprechen kann? Und wie gehen die Generationen damit um, die danach kommen? Damit beschäftigt sich Agata Bara in ihrer Diplomarbeit, die sie in Kommunikationsdesign an der Folkwang Hochschule in Essen unter der Betreuung von Ulf K. abgelegt hat.

Der GartenIn ruhigen, sepia-farbenen Aquarellen empfängt den Leser dieser Comic in einer ländlichen Gegend. Das Szenario erschließt sich in den wortkargen Zeichnungen nicht gleich. Bald jedoch wird das Bild klarer. Wir befinden uns in den 80er Jahren in Polen, im Haus einer 3-Generationen-Familie. Während der kleine Sohn friedlichen Kinderspielen nachgeht und die Eltern besorgt die Situation in ihrem Land kurz vor der Bildung der Solidarnost beobachten, kämpft der Großvater mit seiner Vergangenheit. Die Schlachtung des Huhn des Nachbars beschwört alte Feindschaften herauf, aber offensichtlich sitzt sein Schmerz viel tiefer. Bei einem Ausflug zu einem alten, verwilderten Garten mit Apfelbäumen brechen die Erinnerungen an von ihm begangene Gräueltaten während des Zweiten Weltkrieges wieder herauf. Seine Scham darüber sitzt so tief, dass er sogar seinen Kindern gegenüber verschwiegen hat, dass er eine Berechtigung besitzt, für sich und seine Familie die deutsche Staatsbürgerschaft zu erwerben. Es ist sein Enkel, der ihn liebt ohne zu hinterfragen, der den Großvater zum Umdenken stimmt. Zwar ist er immer noch verstummt, er gibt seiner Familie aber die Chance ein neues Leben in Deutschland zu beginnen, damit sein Enkelsohn es einmal besser hat. Der versteht von alledem nicht viel und sein Einstieg in Deutschland ist beschwerlich. Sein liebstes Spielzeug ist ein von seinem Opa geschnitztes Holzpferd.

Mit wenigen Worten, die viel Raum zur eigenen Interpretation bieten, erzählt Bara diese eindringliche Geschichte, in der sie geschickt gesellschaftliche und private Themen miteinander verknüpft.

 

Agata Bara: Der Garten. Salleck Publications 2012, 56 S., € 12,90 (D), ISBN 978-3-89908-478-8

Salzbutter, meine Liebe und eine weitere Variante der Buttercreme

Salzbutter-Karamel und Kokosbuttercreme3Für morgen hatte sich meine Freundin und Kollegin angekündigt, über die ich mein Macaron-Rezept in der Frankfurter Rundschau veröffentlichen konnte. Und da sie selbst noch gar keine meiner Macarons probiert hat, musste ich natürlich welche für sie backen! Jetzt hat sie mir zwar abgesagt, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Und Abnehmer für meine Macarons finde ich ja immer. Ich habe zwei Sorten gemacht, Salzbutter-Toffee und Kokosbuttercreme. Toffee oder Karamell mit Salzbutter liebe ich seit unserer Hochzeitreise, wo ich das an der französischen Atlantikküste kennen gelernt habe. Das Salz intensiviert den Karamellgeschmack ungemein und macht ihn so noch viel köstlicher. Ich bin aber sowieso ein totaler Karamell-Fan. Und das Rezept für diese Toffee-Creme ist so herrlich leicht, dass ich es unbedingt mit euch teilen möchte. Sie ist bestimmt auch ein Knaller als Glasur für Muffins oder Schokobrownies. Die Buttercreme führe ich hier auf, weil die eine Rezeptur ist, die nicht mit Eigelb arbeitet, sondern mit Eiweiß und dafür ohne Milch. Mit ihr lässt sich also eine laktosefreie Buttercreme erzeugen.

Salzbutter-Toffee:
125 g Puderzucker
40 ml Wasser
40 ml Sahne
30 g Salzbutter
25 g weiße Schokolade

Zuerst den Puderzucker mit dem Wasser erhitzen und aufkochen lassen. Den Sirup ein paar Minuten unter Rühren so lange kochen, bis er braun wird und dicke Blasen wirft. Ein intensiver Karamellgeruch sollte nun aufsteigen. Das geschieht bei ca. 115 °C, wer mit einem Thermometer arbeitet. Nun die Sahne vorsichtig dazu gießen, Vorsicht hierbei, der heiße Sirup und die kalte Sahne reagieren recht heftig miteinander. Die Sahne zügig unterrühren und den Topf nun vom Herd nehmen. Die Resthitze ist ausreichend, um die Butter und die Schokolade zu schmelzen. Alles zu einer homogenen Masse verrühren und in einen Spritzbeutel füllen. Etwas abkühlen lassen und aufspritzen. 

Kokosbuttercreme:
1 Eiweiß
50 g Zucker
85 g Butter
4-5 TL Kokosflocken
1 EL Likör wie Amaretto, Malibu o.ä.

Das Eiweiß und den Zucker in einer Schüssel Salzbutter-Karamel und Kokosbuttercremeauf einem Wasserbad erhitzen und dabei mit einem Handrührer auf kleiner Stufe langsam aufschlagen, bis sich die beiden Zutaten miteinander verbunden und eine Marshmellow-artige Konsistenz gebildet haben. Nun vom Herd nehmen und die Creme auf höchster Stufe weitere 2 Minuten aufschlagen. Ist die Creme auf Zimmertemperatur abgekühlt, nach und nach die Butter unterrühren. Wer möchte, kann die Kokosflocken trocken in der Pfanne anrösten, das ist Geschmackssache. Am Schluss noch den Kokos und den Likör unterheben, die Masse in einen Spritzbeutel geben und aufspritzen.

Ein Klassiker

Ich halte meine Veggi-Woche soweit gut durch und habe auch noch gar keine Gelüste. Das wird sich morgen wohl schlagartig ändern, da sind wir nämlich zum Grillen verabredet. Gestern war ich bei meinen Tofu-BologneseEltern und da habe ich spontan etwas mitgebracht. Ich hatte noch eine große Portion tief gefrorene Tofu-Bolognese, die nun endlich mal aufgegessen werden wollte. Tofu-Bolognese ist wirklich ein tolles Gericht. In der Kombo vermisse ich da Fleisch gar nicht. Ich finde eh, dass bei Bolognese das Geheimnis viel mehr darin liegt, ordentlich zu würzen und es lange köcheln zu lassen, denn im Fleisch. Dieses Rezept stammt übrigens von unserem guten Freund Matze, der das auf einer seiner Geburtstagspartys kredenzt hatte und alle waren verwundert, dass das kein Fleisch ist. Ach, wie man sehen kann, ist das Foto bei meinen Eltern entstanden. Ich möchte bitte besondere Beachtung für die tolle Struktur des original 60er Jahre Esstischs meiner Eltern haben.

Tofu-Bolognese:
2 Packungen Tofu
1 Dose geschälte Tomaten
1 Packung passierte Tomaten
2 Zwiebeln
4-6 Knoblauchzehen
½ Liter Rotwein
1 Chilischote
2-3 Lorbeerblätter
2 EL Olivenöl
1 EL Paprikapulver
1 EL Oregano
2 EL Balsamico Essig
½ Bund glatte Petersilie
Salz & Pfeffer
geriebener Parmesan zum bestreuen

Zwiebeln und Knoblauch hacken, Chili in feine Ringe schneiden. Den Tofu mit Hilfe eines Mörsers zerbröseln, sodass es die Konsistenz von Hack hat. Zwiebeln, Knoblauch und Chili mit Olivenöl anbraten. Den Tofu hinzu geben und mit dem Rotwein aufgießen. Den Rotwein 10 Minuten einkochen lassen. Mit Tomaten, Tomatenmark und allen Gewürzen bis auf den Balsamico und der Petersilie auffüllen und einmal aufkochen. Auf kleiner Flamme mindestens 2, maximal 4 Stunden köcheln lassen. Am Schluss mit Balsamico und der frischen Petersilie abschmecken. Zum Servieren etwas Petersilie zurück behalten und damit und mit Parmesan bestreuen. Die Bolognese lässt sich super einfrieren und eignet sich daher für die Massenproduktion.

Heute beginnt die Veggi-Woche

In meiner Kochgruppe hat gestern jemand gepostet, dass die britische Vegetarian Society ab heute eine National Vegetarian Week ausruft. Spontan habe ich mich entschlossen mitzumachen. Ich werde diese Woche einfach mal komplett auf Fleisch verzichten. Mal sehen, ob das gut geht. Den Anfang hat jedenfalls ein Risotto gemacht. Früher habe ich Risotto für eine wahnsinnig schwere Sache gehalten. Wo bekomme ich den richtigen Reis her, wie mache ich es, dass das Risotto schön schlonzig und nicht einfach nur Matschepampe wird? Fragen über Fragen. Die Antwort: Einfach mal machen, dabei bleiben und rühren. Dann wird das schon!

Gorgonzolarisotto mit grünem Spargel und Pilzen:
250 g Risottoreis, Milchreis oder anderen Rundkornreis, der in ungekochtem Zustand möglichst eine milchig-weiße Farbe haben sollte
300 g grüner Spargel
150 g braune Champignons
ca. 750 ml Gemüsefond
100 ml Weißwein
50 g Gorgonzola
50 g geriebener Parmesan
1 Zwiebel
2-3 Knoblauchzehen
1 EL Butter, 1 EL Olivenöl
Salz & Pfeffer

Die Zwiebel fein würfeln und den Knoblauch in feine Blättchen schneiden. Die Pilze vierteln und vom Spargel den Stielansatz abbrechen und in ca. 4 cm lange Stücke schneiden. Den Gorgonzola grob würfeln. Butter und Öl in einem Gorgonzolarisotto mit grünem Spargel und Pilzentiefen Topf erhitzen und Zwiebeln und Knoblauch anschwitzen. Den Reis hinzu geben und ebenfalls anbraten. Wenn der Reis anfängt anzukleben den Weißwein aufgießen und einköcheln lassen. Dabei ständig rühren. Nun nach und nach die Gemüsebrühe eingießen und immer weiter rühren. Nach ca. 10 Minuten den Gorgonzola einrühren. Wenn die Konsistenz zu dick wird, Flüssigkeit nachgießen. Nach 15 Minuten den Spargel und die Pilze einrühren und weitere 10 Minuten köcheln lassen. Rühren und Flüssigkeit aufgießen dabei nicht vergessen. Ist der Spargel durch, den Parmesan einrühren, bis die gewünschte schlonzige Konsistenz eintritt. Ggf. kann hier auch ein Stück Butter helfen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und nach Belieben mit frischen Kräutern servieren. Macht pappsatt und ist echt lecker!

Heute ist Weltbacktag!

Es leben die sinnlosen Einrichtungen des Tages des Was-auch-immer! Finde ich immer einen prima Anlass, um irgendwas zu rechtfertigen. Bei mir ist es mein heutiges Backen. Denn es ist ja Weltbacktag. Und da habe ich mir vorgenommen endlich mal meine kupfernen Backformen für Canelé de Bordeaux auszutesten. Canelés werden aus einem sehr dünnflüssigen Teig gebacken, der einen niedrigen Mehl- und einen hohen Zuckeranteil hat. Dadurch bildet sich außen eine Karamelschicht, während der Teig innen weich und fluffig, fast schon wie Pudding, ist. Köstlich! Jetzt hat natürlich nicht jeder die passenden Formen dafür. Ich habe meine Kupferformen während meines letzten Paris Aufenthalts gekauft und musste nun im Nachhinein feststellen, dass das, was ich da für teuer hielt, recht günstig war im Gegensatz dazu, was die hier kosten. Man kann in Deutschland recht günstig Silikonbackformen kaufen. Diese sind auch besser zu handhaben, aber halt nicht so schön. Und die Hitzeverteilung ist anders, ich bin mir nicht sicher, wie unterschiedlich sich das gestaltet. Canelés muss man übrigens bald essen, da die Karamelkruste sonst weich und der Teig zäh wird. Aber sie sind so köstlich, dass das das geringste Problem ist.

Canelés de Bordeaux:
½ Liter Milch
250 g Zucker
100 g Mehl
50 g geschmolzene Butter
2 Eier
1 Eigelb
2 EL Rum
1 Schuss Vanillearoma
½ TL Zimt (oder je nach Geschmack Lavendel, Kardamom, Kakao, Nelken …)

CanelésDas wichtigste zuerst: Der Teig muss am Vortag vorbereitet werden, da er über Nacht ruhen muss. Wenn man als Aroma etwas wählt, das ausgesiebt werden muss wie z.B. den Lavendel oder ganze Nelken, sollte man die Milch mit dem Gewürz aufkochen darin ziehen lassen. Die Eier, das Eigelb und den Zucker cremig rühren. Löffelweise das Mehl dazu geben und ebenfalls unterrühren. Nun den Rum und die Milch einrühren. Am Schluss die flüssige Butter unterrühren. Den Teig nun in den Kühlschrank stellen. Am nächsten Tag den Ofen auf 180 °C vorwärmen. Bei Kupferformen diese buttern und mit Zucker ausschwenken. Die Silikonform muss nicht vorbehandelt werden. Den Teig noch einmal gut durchrühren und die Formen zu 2/3 füllen. Ca. 40 Minuten backen, die sichtbare Unterseite sollte eine schöne braune Farbe haben. Bei den Kupferformen ist es wichtig, die Canelés nach dem Backen sofort aus der Form holen, sonst härten sie aus und sind sehr schwer aus der Form zu bekommen.

Fleisch muss es sein!

Gestern waren wir in einem sehr coolen Edeka bei uns in Frankfurt, bei dem man hervorragend Fleisch einkaufen kann. Da haben wir uns zu einem feisten Steak-Einkauf hinreißen lassen. Dazu gab es dann auch noch eine Bierberatung und so haben wir noch ein nach einer alten Rezeptur gebrautes Kölsch dazu erstanden. Das hat sich als wirklich sehr hervorragende Wahl zu den Steaks herausgestellt. Da der Fokus eindeutig auf dem Fleisch liegen sollte, habe ich mir zu den Steaks nur grünen Spargel mit einer Paprika-Parmesan-Salsa ausgedacht. Die Beilage eignet sich natürlich zu allerei Fisch oder Fleisch, ich kann sie mir sogar als vegetarische Hauptmahlzeit mit Polenta vorstellen. Das Herstellen der Salsa ist etwas aufwändig, lässt sich aber wunderbar vorbereiten und aufbewahren.

Steaks und grüner Spargel Paprika-Parmesan-Salsa:
2 Steaks
500 g grünen Spargel
Olivenöl
1 Stück Butter
Salz & Pfeffer
1 Prise Salz
Für die Salsa:
2 rote Paprika
50 g gehobelten Parmesan
100 ml Olivenöl
1-2 Knoblauchzehen
3-4 Zweige Basilikum
2 EL Zitronensaft
Salz & Pfeffer
1 TL Zucker

Steak und grüner Spargel mit Paprika-Parmesan-SalsaZuerst wird die Salsa hergestellt. Hierzu die Paprika putzen, entkernen und achteln. Den Ofen auf Oberhitze stellen oder die Grillfunktion verwenden. Die Paprikaachtel mit der Haut nach oben auf Backpapier legen und in die höchst mögliche Schiene schieben. Die Paprika ca. 15-20 Minuten grillen, bis die Haut schwarz wird und Blasen wirft. Nun die Paprika in eine Gefriebeuteltüte stecken und verschließen. Eine Viertelstunde abkühlen lassen. Dann lässt sich die Haut ganz leicht abziehen. Die gehäutete Paprika in feine Streifen, dann in Würfel schneiden. Die Knoblauchzehe pressen und mit etwas Olivenöl anbraten. Den Basilikum fein hacken. Einen Teil unter die Paprikawürfel heben, den anderen Teil mit dem Parmesan, dem Olivenöl, dem Zitronensaft, dem Knoblauch und Zucker vermengen und beides mit Salz & Pfeffer abschmecken. Das Steak mit Olivenöl und Salz einreiben und in einer heißen Grillpfanne 2-3 Minuten von beiden Seiten scharf anbraten. Die Pfanne für weitere 5-10 Minuten in den auf 100 °C vorgeheizten Ofen schieben. Die Dauer ist abhängig davon, wie dick die Steaks sind und wie durch man sie haben möchte. Von dem grünen Spargel die Stielenden abbrechen und in reichlich Salzwasser mit einem Stück Butter und einer Prise Zucker 5-7 Minuten kochen. Den Spargel kalt abschrecken, damit er seine Farbe behält. Den grünen Spargel mit dem Parmesan-Öl und den Paprikawürfeln garnieren und die restlichen Paprikawürfel separat servieren.

Und die Kresse wächst…

Kressecremesuppe mit MeerrettichsahneMein Kräuterkasten vor dem Schlafzimmerfenster gedeiht ganz gut. Naja. Primär immer noch die Kresse. Die wuchert regelrecht. Und da sie die zarten Salbeipflänzchen zu überwachsen droht, musste ich ihr heute an den Leib rücken. Das habe ich in Form eines Cremesüppchens getan- Leicht, lecker und mit einer herrlichen Schärfe. Um die Schärfe zu unterstreichen habe ich sie mit Meerrettichsahne und geraspelten Radieschen garniert. Eine wunderbare Vorspeise für ein Frühlingsmenü!

Kressecremesuppe mit Meerrettichsahne:
½ kleine Sellerieknolle
1 Lauchstange
1 große Kartoffel
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Packung Kresse
1,5 L Gemüsebrühe
1 EL Olivenöl
1 Schuss Weißwein
½ Becher Schlagsahne
50 g Gorgonzola
frisch geriebene Muskatnuss
Salz & Pfeffer
Für die Garnitur:
ein paar Kressestiele
2-3 Radieschen
Meerrettichsahne

Das Gemüse grob klein schneiden. Die Zwiebel und den Knoblauch hacken und in dem Öl in einem Suppentopf anbraten. Mit Weißwein ablöschen und das Gemüse hinzu geben. Mit der Gemüsebrühe aufgießen und einmal aufkochen lassen. Ca. 15 Minuten weich kochen. Sobald das Gemüse weich ist, Sahne, klein geschnittenen Gorgonzola und die Kresse dazu geben und mit dem Mixstab pürieren. Mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer abschmecken. Die Radieschen mit einer Rohkostreibe hobeln und die Suppe mit einem Klecks Meerrettichsahne, Radieschen und Kresse servieren.

Frische Kräuter vom Fensterbrett

Dieses Jahr habe ich endlich mal einen Blumenkasten vor meinem Fenster aktiviert. Schuld daran sind meine Katzen. Denn eigentlich habe ich vor allen Fenstern Blumen, und da man die Fenster zum gießen öffnen muss, um an die Blumenkästen vor dem Fenster zu kommen, habe ich das bisher immer sein gelassen. Ich bin viel zu faul, um jedes mal alle Pflanzen weg zu räumen, nur um das Fenster öffnen zu können. Nun habe ich aber zwei kleine Randalierer in meiner Wohnung, die einfach großartig darin sind Blumentöpfe umzuschmeißen und an Pflanzen zu knabbern. Als sie mir eine Fensterbank leer geräumt haben, habe ich beschlossen, die Gelegenheit beim Schopfe zu packen und auch keine Pflanzen mehr hinzustellen. Anstatt ist jetzt vor dem Fenster ein Blumenkasten, in dem ich Kräuter gesät habe. Da sprießt Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Salbei und Kresse. Die kam natürlich zuerst heraus und steht bereits eine Weile in voller Pracht. Heute bin ich das erste mal dazu gekommen sie zu ernten und zu verwenden. Ich habe eine wunderbare Senfsoße mit jeder Menge frischer Kresse darin gemacht. Senfsoßen können recht schnell etwas muffiges an sich haben, finde ich. Mit der Kresse ist sie aber herrlich fisch geworden. Danke, Miezen!

Pangasius mit Kresse-Senf-Soße und grünem Spargel:
2 Pangasiusfilets
500 g grüner Spargel
125 g Naturreis
Für die Soße:
2 Schalotten
20 g Butter
2 gehäufte EL Mehl
20 cl Apfel- oder Weißwein
150 ml Milch
2 EL Dijonsenf
1 TL Senfsaat
1 Packung frische Kresse
frisch geriebene Muskatnuss
Salz & Pfeffer

Zuerst den Naturreis mit der doppelten Menge Wasser aufsetzen, einmal aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze langsam garen. Die Fischfilets salzen und pfeffern. Den grünen Spargel waschen und das untere Stielende an der natürlichen Sollbruchstelle abbrechen. Die Schalotten fein würfeln und in einer tiefen Pfanne mit Pangasius mit Kresse-Senf-Soße und grünem Spargelder Butter kurz anschwitzen. Nun das Mehl einstreuen und eine Schwitze erzeugen, d.h. das Mehl mit der heißen Butter verbinden, bis eine homogene gummiartige Masse entsteht. Nun den Wein unter ständigem Rühren, am besten mit einem Schneebesen, langsam eingießen und die Schwitze verflüssigen. Den Wein kurz aufkochen, dann die Milch unter ständigem Rühren hinzu gießen, bis die Soße flüssig genug erscheint. Wenn sie zu flüssig wird, kann man am Schluss immer noch mit Soßenbinder nachhelfen. Da bin ich mir nie zu schade zu. Nun die Senfsaat einstreuen und mit Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken. Kurz aufkochen. Die Kresse waschen und fein hacken. Unter die Soße heben. Ein paar Zweige als Deko zurück halten. Die Hitze nun herunter drehen und den Fisch in die Soße legen. Einen Deckel auflegen und den Fisch so langsam pochieren. Den Spargel entweder in Salzwasser kurz blanchieren oder dämpfen, wenn man einen Dampfeinsatz hat. Nach 10 Minuten ist der Fisch gar und kann mit Spargel und Reis serviert werden. Die Soße lässt sich natürlich auch super mit Tafelspitz, Hühnerbrust oder Eiern kombinieren und auch das Gemüse ist frei variabel. Brokkoli oder Blumenkohl stelle ich mir auch lecker dazu vor.

Irgendwie mexikanisch

Heute habe ich etwas gekocht, was ich nicht oft mache: Einen Nudelauflauf! Also, nicht, dass wir uns missverstehen, ich liebe Aufläufe! Aber sie sind doch immer sehr mächtig mit ihrer dicken Käseschicht und diese Art von Hüftgold verkneife ich mir gerne zu Gunsten eines schönen Tortenstückes. Heute gab es aber kein Halten. Am Wochenende hatte ich mal wieder Tortillas mit Hühnerbrust gemacht und hatte davon noch einige Zutaten übrig. Die habe ich dann heute zu einem köstlichen Auflauf verarbeitet. Dazu habe ich Frijoles gemacht, wobei Frijoles einfach das spanische Wort für Bohnen ist. In dieser Form werden die Bohnen gekocht und püriert. Dazu kann man normale Kidneybohnen verwenden, nimmt man die aus der Dose, muss man sie sogar nur kurz erwärmen, die sind ja schon gekocht. Ich verwende allerdings kleine schwarze Bohnen, die sind halb so groß wie Kidneybohnen und wesentlich aromatischer. Hier muss man aber daran denken, dass man sie am Vorabend in Wasser einlegen muss. Faule können sie aber auch schon fertig angemacht kaufen. Wer keine Pimientos de Padón bekommt, kann auch normale grüne Paprika nehmen. Die sind aber nicht so lecker bitter wie die Grillpaprika, das macht hierbei den Reiz aus.

Mexikanischer Nudelauflauf:
300 g Spirelli-Nudeln
250 g Rinderhack
1 große Zwiebel
3-4 Knoblauchzehen
¼ Bund Koriander
500 ml passierte Tomaten
125 g kleine grüne Grillpaprika (Pimientos de Padrón)
Salsa Verde oder eingelegte Jalapeños
1 EL Paprikapulver
1 EL Oregano
1 EL Olivenöl
Salz & Pfeffer
1 Packung Reibekäse
Für die Frijoles:
125 g getrocknete schwarze Bohnen
1 Zwiebel
2-3 Knoblauchzehen
1 TL Öl
2 Lorbeerblätter
Salz & Pfeffer

Mexikanischer Nudelauflauf mit schwarzen BohnenDie über Nacht eingeweichten Bohnen vom Wasser nehmen und gründlich spülen. Zwiebel und Knoblauch grob hacken und im Öl anbraten. Die Bohnen und den Lorbeer dazu geben, mit Wasser begießen, bis die Bohnen bedeckt sind. Bei geschlossenem Deckel einmal aufkochen und dann ca. eine halbe Stunde weich kochen. Gelegentlich testen, ob die Bohnen schon weich genug sind. In der Zeit kann man die Nudeln vorkochen. Sind die Bohnen soweit, den Lorbeer entfernen und mit dem Pürierstab die Bohnen zu einem Mus verarbeiten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Zwiebel, den Knoblauch und den Koriander für das Hackfleisch fein hacken und mit dem Öl anbraten, ebenso das Hack. Die Grillpaprika in grobe Stücke schneiden, wer will, kann die Kerne entfernen, man kann sie aber auch mitessen. Die Paprika auch kurz anschwitzen. Die passierten Tomaten aufgießen und entweder mit der Salsa Verde oder mit gehackten eingelegten Jalapeños und den Kräutern würzen und abschmecken, einmal aufkochen. Den Ofen auf 220 °C stellen. Die Nudeln in eine Auflaufform geben und mit dem Hack vermischen. Darauf eine Schicht mit der Bohnenpaste geben und mit Käse bestreuen. Nun ab in den Ofen und goldbraun backen.