Können Frauen lustig sein!?

Können, ja dürfen Frauen eigentlich lustig sein? Das ist eine seit ewigen Zeiten diskutierte Frage in der Kunst, sei es Literatur, Film, in Clownschulen und auf Stand-Up-Bühnen. Und wenn ja, wie zeigt sich dann ihr ach so eigener, weil ja weiblicher Humor und was ist so anders an ihm? Ich muss mal ganz ehrlich sagen, dass mir das ziemlich am Arsch vorbei geht. Mir ist es wurst, ob ich über wen wann und wie lache. Hauptsache, es gefällt. So ist mir jedenfalls Ich liebe Katzen und Katzen lieben mich. von Lizz Lunney ins Auge gefallen. Gut, der Name hätte mir einen Hinweis geben können, aber da hab ich erst mal nicht drauf geachtet. Und man hat ja schon durchaus den einen oder anderen merkwürdigen Künstlernamen (oder auch echten) gesehen. Lunney jedenfalls ist eine Frau. Und sie ist Britin, was das ganze gleich viel interessanter macht. Sie veröffentlicht ihre Comics primär über ihr Blog, den ich auch auf meiner Seite verlinkt habe, also einfach rechts auf den Link klicken, um es sich anzusehen. Inzwischen sind auch einige in Buchform erschienen, beim Zwerchfell Verlag nun auch in deutscher Übersetzung. Sowas ist ja gerne mal eine haarige Angelegenheit. Wenn man sich z.B. die Übersetzungsversuche von Little Britain oder Dr. Who ansieht, schwant einem übles. Aber, schau an, der Humor ist geschickt ins Deutsche gerettet worden. Zumal man ja auch einen direkten Vergleich über das Blog ziehen kann. Es kommt der Übersetzung natürlich sehr entgegen, dass Deutsch und Englisch nicht so weit voneinander entfernt sind und manche Wortspiele einfach übertragen werden können. Andere sind zumindest gut gelöst, so wird aus „Dullbog, the bulldog“ „Volldröge, die Bulldogge“. Works for me. Lunney zeichnet hauptsächlich Stripcomics und Funnies. Sie hat einen sehr simplen, eigenen, fast krakeligen Stil, der trotz seiner Simplizität sehr gleichmäßig ist und dadruch einen hohen Wiedererkennungswert hat. In ihrem Universum gibt es viele schrullige und liebenswerte Charaktere wie den von Einhörnern umgebenen, Planetarien liebenden Magier, das Fieshörnchen oder den Gummikater. Ich habe mich köstlich amüsiert, der Humor ist pointiert und nicht ausgereitzt und teilweise einfach nur herrlich schräg und anarchistisch. Ihr Blog werde ich definitiv im Auge behalten und das Buch kann ich nur empfehlen. In England ist Lunney übrigens eingefleischtes Mitglied der self-publisher Szene und ist eine Mitorganisatorin des Birmingham Zine Festivals, ein alternatives Comicfestival für selbst publizierte Comics.

Lizz Lunney: Ich liebe Katzen und Katzen lieben mich. Zwerchfell 2011, € 8,-, ISBN 978-3-928-38796-5

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